In der Sitzung des Stadtrats am 25.November wies Stadtrat Jürgen Schmidt darauf hin, dass eine Weiterentwicklung des Gewerbegebiets "Im Brühl" nicht ohne Weiteres vorgenommen werden kann.
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Baulandumlegung „Im Brühl“
Warum diese Eile?
Der Gemeinderat ist einheitlich der Auffassung, dass eine Ansiedlung von L'Oréal aus heutiger Sicht nicht gewünscht wird. Allerdings ist die Mehrheit des Hauses durchaus der Auffassung, dass das Gebiet entwickelt werden könnte.
Ich darf die Problempunkte benennen, die wir heute noch nicht gelöst sehen:
- 1. Das Gebiet liegt im Bereich einer regionalen Grünzäsur und wurde überdies mit hohem Aufwand vom Land Baden-Württemberg (meines Wissens 100.000 €) aus dem Extensierungsprogramm zur Kompensation anderer Eingriffe in den Naturhaushalt gefördert.
- 2. Wir kennen noch kein Ergebnis des Zielabweichungsverfahrens beim Regierungspräsidium. Das ursprünglich von der Stadt in Gang gesetzte ZAF bezog sich auf eine Bedarfsplanung – jetzt gehen wir in eine Angebotsplanung mit strengeren Genehmigungsvoraussetzungen
- 3. Die Stadt hat angedacht, im Bereich „Klein-Wendelrot“ eine Baumarktansiedlung zuzulassen, die der Gemeinderat nicht befürwortet hat. Das Gebiet "Klein-Wendelrot" ist ein besonders sensibler Bereich, weil er eine der wichtigsten Stadteingangssituationen darstellt – im unteren Schloßbereich
Eine Weiterverfolgung von Brühl steht unter dem Vorbehalt, dass das Gebiet "Klein-Wendelrot" nicht in den gültigen FNP aufgenommen wird.
Wir müssen bei Planungen berücksichtigen, dass wir nicht alles gleichzeitig bebauen können und vor allem nicht im Eiltempo alle denkbaren Flächenreserven im Hinblick auf unsere Nachkommen verbraten dürfen.
Wir weisen darauf hin, dass in Bruchsal in ganz erheblichem Umfang gewerbliche Brachflächen vorhanden sind, die vor einer Neuerschließung genutzt werden müssen. Exemplarisch verweisen wir auf das 20.000 qm große Badenmöbelgelände in den "Stegwiesen", das seit 20 Jahren ungenutzt ist – dort haben wir Grundsteuerausfälle - trotz Vollerschließung des Gebietes. Das kann so nicht hingenommen werden.
Bevor wir in neue Flächen gehen, müssen die alten Flächen aktiviert werden – auch wenn das Mühe bereitet.