Zum Thema Radverkehr in Bruchsal.

Veröffentlicht am 30.04.2008 in Interview

...mit Stadträtin Helga Langrock.

Helga, Du bist aktives Mitglied der Agenda-Gruppe ‚Radwege’, in der Fraktion bist Du die Spezialistin für Radwege und die Belange der RadfahrerInnen oder, wie Du sie lieber bezeichnest, der (Fahr)Radfahrenden. Außerdem bist Du, jedenfalls in Bruchsal, meistens mit dem Fahrrad unterwegs. Aktuell ist für den überörtlichen Radverkehr, d.h. die West-Ost- und die Nord-Süd-Radroute durch Bruchsal, das Radwegekreuz am Friedrichsplatz geplant, das aus welchen Gründen auch immer ‚hin und hergeschoben’ wurde. Wie ernst ist es denn dem Rathaus mit den Radfahrenden?
Helga: Verkehr heißt im Bruchsaler Gemeinderat: Autos, somit Parkplätze, Parkhäuser... Am Rande gibt es noch den ÖPNV, der gelegentlich als Max-Bus Erwähnung findet. Das Thema Radwegenetz als Konzeption in der Kernstadt war als eigenständiger Punkt vielleicht mal vor 20 Jahren auf der Tagesordnung. Wenn überhaupt. Die Situation ist also nach wie vor BESCHEIDEN.
Kannst Du konkret beschreiben, was da schief läuft?
Helga: Mir missfällt, dass RadfahrerInnen noch immer nicht als gleichberechtigte Verkehrs-teilnehmerInnen wahrgenommen und also solche behandelt werden, auch bei der Verkehrsplanung. (Im Übrigen werden die paar Radwege gerne zum Parken benützt).
Sach- und Fachkundige wissen sehr wohl, dass in einem Radius von 4-5km das Rad in der Stadt das schnellste und noch dazu das umweltfreundlichste Verkehrsmittel ist.
Aber Vorfahrt für unsereins?! Denkste!
Was hat das für Folgen, dass dem Autofahrer Priorität eingeräumt wird?
Helga: Gestank (die Luftmessstation hat man wieder abgebaut...), vollgestopfte Straßenränder, Runden drehende Pkws auf der Suche nach einer Abstellmöglichkeit, nervende/genervte Pkw-FahrerInnen, oftmals gefährliche Situationen. (Noch) ruhige Inseln in der Innenstadt werden nicht nur am Abend/in der Nacht ebenfalls als Parkplätze missbraucht.
Wo hat es da Aufenthaltsqualität?
Wie könnte man denn die Situation verbessern?
Helga: "Man" sollte endlich die Fachleute (die was vom Radfahren verstehen und sich als solche in der Stadt bewegen) zu TATEN (!!!) kommen lassen. Die Rad-Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda, die bald ihr 10-Jähriges, aber nichts zu feiern hat, ist mit ihrem Vorschlag eines Radwegenetzes in der Kernstadt (an wem wohl?) bisher gescheitert.
Außerdem wurden die paar kombinierten Geh-/Radwege, die wir erstritten haben, mittlerweile fast alle wieder zurückgenommen. Wenn ich etwas Positives nennen soll, dann die Tatsache, dass wir nach langem Kampf die Wörthstraße entgegen der Einbahnstraße befahren dürfen. In der Huttenstraße war es etwas einfacher...
Das klingt ja eher nach Rückschritt anstelle einer zukunftsträchtigen, CO2-mindernden Verkehrspolitik. Kannst Du denn in dieser Situation wenigstens mit der Unterstützung der Fraktion rechnen?
Helga: Natürlich kann ich das. Aber die Kolleginnen und Kollegen sind ja auch alle AutofahrerInnen... Ich weiß sehr wohl, dass das tägliche Radfahren nicht immer möglich ist, aber "man" müsste es öfter mal WOLLEN.
P.S. Ich habe auch ein Auto. Ich benütze es dann, wenn ich es wirklich brauche.

 

Kommentare

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Radfahren ermöglichen

Ich möchte Helga Langrock entgegnen, dass Sie nicht die "einzige" radelnde Bürgerin der Stadt ist und es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, sich mit dem Rad fortzubewegen. Schön ist, dass in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung gefahren werden kann, aber ist jeder Bürger willens überhaupt auf das Radfahren umzusteigen? Wie sieht eine aktive Radpolitik der SPD aus (im Vergleich zu anderen Parteien) und wie wird diese kommuniziert? Auf alles und jeden Schimpfen bringt uns nicht weiter! Britta Brandstäter

Autor: Britta Brandstäter, Datum: 07.05.2008, 23:16 Uhr


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