In einem Leserbrief vom 21.5.10 an die BNN nahm Ortschaftsrat Horst Gringmuth Stellung, dass Fahrgäste, die in Untergrombach die Bahn Richtung Bruchsal besteigen, keine Tickets am Bahnsteig lösen können, weil der Fahrkartenautomat abgebaut wurde.
So ist nicht klar, was zu tun ist, wenn man am Fahrkartenautomaten in der Stadtbahn Richtung Bruchsal keine Fahrkarten z.B. nach Heidelberg oder Mannheim lösen kann. Der Fahrgast ist tatsächlich gezwungen, im Bahnhof Bruchsal eine neue Fahrkarte zu lösen. Durch den dadurch entstehenden Zeitaufwand kann unter Umständen der direkte Anschlusszug Richtung Norden verpasst werden. Dies ist ein unhaltbarer Zustand.
Die SPD-Fraktion im Untergrombacher Ortschaftsrat hatte sich der Sache bereits im November 2009 angenommen und einen Dringlichkeitsantrag eingebracht, der vom Plenum einstimmig gut geheißen wurde.
s.a. Ortsverein Untergrombach
Der vollständige Text des Leserbriefs:
Dass sich sogar Landtagsabgeordnete mit einem fehlenden Fahrkartenautomaten am Bahnhof Untergrombach beschäftigen müssen lässt den Verdacht zu, dass bei der Bahn zu sehr am Schreibtisch und
zu wenig praxisbezogen und kundenorientiert entschieden wird. Den Bahnhof Untergrombach mit den Bahnhöfen Bretten-Ruit und Bretten-Rechberg zu vergleichen beweist diese Vermutung. Bretten-Ruit z.B. hat heute 1535; Untergrombach über 5.964 Einwohner. Dazu kommen die beiden Nachbargemeinden Büchenau (2.226 Einw.) und Obergrombach
(2.491 Einw.), die über keinen eigenen Bahnhof verfügen und somit im Einzugsbereich des Bahnhofs Untergrombach liegen. Insgesamt kommen
also für den Bahnhof Untergrombach 10.681 Einwohner als potentielle Bahnbenutzer in Frage.
Allein diese Gegenüberstellung lässt den Verdacht zu, dass bei der Auswahl des 2. Untergrombacher Fahrkartenautomaten als Rationalisierungsobjekt nicht nach wirtschaftlichen Erwägungen und unter
Vernachlässigung kundenbezogener Gesichtspunkten gehandelt wurde. Interessant bei dieser Betrachtungsweise ist auch, dass beim Nachbarbahnhof Weingarten (9.737 Einwohner) nach vor in Richtung
Karlsruhe und in Richtung Bruchsal je ein Fahrkartenautomat am Bahnsteig steht. Der Fahrkartenautomat in Untergrombach am Bahnsteig Richtung Bruchsal ist insofern auch deshalb dringend notwendig, weil in den Automaten der Stadtbahn z.B. keine Fahrkarten nach Heidelberg und
Mannheim gelöst werden können. Wer also in Untergrombach einsteigt, muss zwangsläufig in Bruchsal aussteigen, um sich am dortigen DBAutomaten eine Fahrkarte zu kaufen. Wie soll man diesen Anachronismus bezeichnen? Die SPDFraktion im Untergrombacher Ortschaftsrat hat sich im übrigen schon unmittelbar nach Entfernung des
2. Automaten im November 2009 an die KVV und die Bahn gewandt und das Thema am 16.12.2009 über einen Dringlichkeitsantrag im Ortschaftsrat Untergrombach auf den Weg gebracht. Man muss
sich wirklich fragen, weshalb erst nach fast einem halben Jahr von den zuständigen politischen Stellen eine Reaktion zu verzeichnen ist. Nennt man dies etwa die immer wieder gepriesene „Bürgernähe“?
Horst Gringmuth
Ortschaftsrat Untergrombach