Liebe Frau Petzold-Schick, sehr geehrte Festgäste,
es geht mir nahe, heute im Namen des Gemeinderats zu Ihnen sprechen zu dürfen.
Gudrun Pausewang formulierte das als Widmung ihres Buchs „Etwas lässt sich doch bewirken “ den Gedanken: „Es ist nicht wichtig, dass man ankommt. Sondern, dass man unterwegs ist.“.
Sie, liebe Frau Petzold-Schick, sind nicht angekommen. Sie sind nicht angekommen im Sinne von Stillstand oder gar „Vollendung“. Denn jeder, der Sie kennen darf weiß, dass Sie noch einen großen Rucksack voller Ideen und Pläne für Bruchsal hätten.
Sie sind angekommen: bei den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt mit ihrer zugewandten, offenen Art. Mit ihrer Überzeugung, Menschen zu vernetzen, Brücken zu bauen und gemeinsame Wege zu suchen. So haben wir Sie auch als Vorsitzende des Gemeinderats erleben dürfen. Nahbar und authentisch. Sie waren immer gesprächsbereit, haben mit uns gemeinsam nach Lösungen und Kompromissen gesucht und eines immer klar im Blick gehabt: das Wohl unserer Gesamtstadt Bruchsal.
Sie sind angekommen: mit einem klaren Wertekompass und tiefen Überzeugungen: aktiver Einsatz gegen Ausgrenzung, großer Begeisterung für Sozial- und Umweltthemen, gelebte Erinnerungskultur und ihr persönliches Herzensanliegen die Gestaltung eines Bruchsals für alle Menschen.
Manchmal hat uns die Menge an Ideen, die Geschwindigkeit ihrer Gedanken und die große Energie, die Sie an den Tag gelegt haben, gefordert und herausgefordert. Aber eines war auch in langen schwierigen Sitzungen, bei Ideen die einmal nicht mehrheitsfähig waren immer zu spüren: Sie geben mehr als hundert Prozent für Ihre Aufgabe, Sie sind im besten Sinne Überzeugungstäterin, Sie leben Bruchsal, sind präsent in unserer Stadt.
Das Unterwegssein hat Ihre Amtszeit geprägt: auf Klausurtagungen mit uns Gemeinderäten, auf Vernetzungstreffen und auf Wegen, die es vorher in Bruchsal so nicht gab. Beispiele dafür sind nicht nur die veränderte Sitzordnung im Gemeinderat, das Etablieren eines veränderten Systems von Ausschüssen, die Veränderung des Neujahrsempfangs zum Bürgerempfang, die Ermöglichung von Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes und im Prozess „Bruchsal wächst“.
Sie sind ihr politisches Leben lang unterwegs auf der Suche nach Ideen, nach Partnern mit denen sich Projekte umsetzen lassen und nach Antworten auf gesellschaftliche komplexe Fragen. Dabei machen Sie es sich nie einfach, ringen um die beste Lösung, gehen an persönliche Grenzen. Liebe Frau Petzold-Schick, Sie wurden in Ihrer Amtszeit an private Grenzen gebracht: der Tod Ihres lieben Mannes Norbert, der Verlust Ihres Vaters und gesundheitliche Schwierigkeiten. Uns Gemeinderäten hat es immer größten Respekt abgerungen, wie Sie sich dem allen gestellt haben, wie Sie persönliches Empfinden für Ihre Arbeit in Bruchsal und für uns alle zurücksteckten. Ihre Aufgabe als Oberbürgermeisterin unserer Stadt hat Ihr Leben geprägt.
Sie haben sich selbstbestimmt für das Ende Ihres Weges als unsere Oberbürgermeisterin entschieden. Sie werden – so kennen wir Sie alle – auf neuen Wegen weiter voller Ideen und Begeisterung unterwegs sein. Ich danke Ihnen von Herzen im Namen des gesamten Gemeinderats für Ihre 16 Jahre, die Sie mit uns und für uns in Bruchsal unterwegs waren. Sie haben unserer Stadt Gutes getan und gut getan! Von Herzen danke, Cornelia Petzold-Schick!