Rede von E-F Schäfer "Die Würde des Menschen ist unantastbar"

Veröffentlicht am 12.04.2016 in Allgemein

Bürgerinnen und Bürger Bruchsals und aus unserer Umgebung!

Im Jahr 2015 feierten wir alle hier in Bruchsal die Baden-Württemberger Heimattage.

Es war ein wundervolles Jahr mit allen Facetten zu dem positiven Bild „Heimat“.

Im September feierten 900 Bürgerinnen und Bürger hier ein buntes, fröhliches und gewaltfreies Fest. Dieses Fest machte auch nachdenklich:

Wir demonstrierten für Menschlichkeit!

Heute stehen wir wieder auf in Bruchsal, weil hier kein Platz für rechte Parolen und Rassismus entstehen soll.

Wir Bruchsaler stehen für demokratische Freiheit und dazu gehört bedingungslos

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Dieser Auftrag aus unserer Verfassung/Grundgesetz Deutschlands ist entstanden

aus den fürchterlichen Erfahrungen Nazideutschlands, das sich 1000 jähriges Reich

genannt hatte und nach 12 Jahren Millionen Tote und Deutschland in Schutt und Asche zurückgelassen hat. Auch Bruchsal!

Haben wir dazu gelernt?

Warum erstarkt eine neue Rechte mit Parolen, die Menschenrechte und die Würde des Menschen verneinen und verachten?

Eine rechte Partei ist jetzt in Baden-Württemberg, wieder wie 1933, durch Wahlen ins Parlament gezogen.

Und unsere Altparteien denken weiter in alten persönlichen Eitelkeiten statt sich eine Denkpause für unser Land, für unsere parlamentarische freiheitliche und rechtsstaatliche Grundordnung zu verordnen!

Wer sich jetzt als „Gewinner“ bei Gesprächen für eine Landesregierung verweigert, der ist der Steigbügelhalter für eine Oppositionspartei die AfD heißt.

Es kann doch nicht sein, dass sich Altparteien klein machen und damit die AfD zur größten Oppositionspartei aufsteigen lassen. Sie dürfte dann als größte Oppositionspartei als erste im Parlament reden.

Eine konstruktive Oppositionspolitik zum Wohle unseres Landes ist da überhaupt noch nicht vorstellbar.

Nörgeln ist wirkungslos und auch risikolos, es bringt unser Land aber überhaupt nicht voran!

Doch von Stuttgart zurück nach Bruchsal:

Wir zeigen heute den versammelten Rechten der Demo der Heimattreue,

(dieser Titel ist schon eine Anmaßung)

hier steht die Zivilgesellschaft Bruchsals in  großer Bandbreite gegen Hass und Hetze.

 

Wir machen keinen Platz frei für undemokratische Kräfte, die Hass und Hetze, ja Gewalt verbreiten.

Diese Unverbesserlichen missbrauchen unsere demokratischen Freiheiten des Demonstrationsrechtes und der Meinungsfreiheit um für ein anderes System auch der geistigen Unfreiheit einzutreten.

Die Würde des Menschen bleibt bei den von ihnen vertretenen Parolen auf der Strecke.

 

Wir wären Verräter Deutschlands behaupten diese rechten Kräfte.

Wir antworten mit den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann:

„Wer mit dem Finger auf andere Menschen deutet, der schaue auf seine Hand -

drei eigene Finger zeigen auf einen selber!“

Wer trotz aller geschichtlichen Erfahrungen mit Hass und Hetze über andere Menschen richtet, der verrät unser freiheitliches demokratisches Deutschland.

Wer versucht mit Mauern und Zäunen unser Deutschland aus der Welt zu verabschieden, der hat noch nicht begriffen, dass Einigeln keine Fortbewegung sondern ausschließlich Stillstand und Rückschritt bewirkt.

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Das bedeutet aber auch, dass wir in Europa unsere eigene gemeinsame Rolle in dieser Welt finden, begreifen und ergreifen müssen.

Es kann nicht mehr sein , dass die USA und Putin-Russland nicht zu Ende gedachte Kriege führen und wir Europäer dürfen zusammen mit den Millionen Flüchtlingen aus diesen Ländern die angerichteten Schäden ausbaden!

 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

bedeutet auch das große Wunder der ehrenamtlichen Hilfen von Bruchsaler Bürgern in unseren Gemeinschaftsunterkünften.

Einzelne wie auch bestens organisierte Ehrenamts Hilfen mit Angeboten von Sprachunterricht, Sport, handwerklicher Tätigkeit, Begleitung zu Ämtern und Ärzten

sind der Ausdruck von gelebter Menschenwürde gegenüber jenen, die bei uns Zuflucht gesucht haben. Sehr herzlichen Dank für Ihre Hilfen!

Diese ehrenamtlichen HelferInnen haben sich Ziele gesucht um etwas zu erreichen!

Integration zu erleichtern.

Nur wer verhindern will, sucht Gründe und ist sich in der Lösung der neuen  Herausforderung selber im Weg.

 

Im kleinen Libanon ist inzwischen jeder 5. Einwohner ein Flüchtling.

Das ebenso kleine Jordanien gibt ein Viertel seines Staatshaushaltes für Flüchtlinge aus.

Bei uns in Deutschland ist nicht einmal jeder 40. Mensch Flüchtling.

 

Aber wir jammern und nörgeln auf hohem Niveau. Diese Übertreibung statt der Anerkennung der Realitäten stärkt jedoch rechtsradikale Parolen.

Wir brauchen dringend ein Einwanderungsgesetz, auch um den Schleußern und Abzockern das Geschäft zu vermiesen.

 

Wir selber haben nichts dazu beitragen können, das wir in Bruchsal, in Baden, in Deutschland auf die Welt gekommen sind. Kein eigener Verdienst, ein Geschenk das uns verpflichtet.

Für Menschlichkeit - Die Menschenwürde ist unantastbar

 

Lassen sie uns gemeinsam über alle Parteigrenzen hinweg weiter an diesen Grundwerten unserer Gesellschaft arbeiten!

Kein Platz für Rassismus in Bruchsal.

 

E-F Schäfer

Kreisrat SPD

19.März 2016

 

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